loibnerhof Wein Traube
 
 

Weinbau seit eineinhalb Jahrtausenden


Die Geschichte der Wachau ist naturgemäß auch weitgehend mit der Geschichte des Weinbaus ident. Der Name „Wachau“ geht auf die Bezeichnung eines Grundbesitzes des bayerischen Stifts Niederalteich im Raum Spitz zurück und wird erstmals im Jahr 830 in einer Karolingerurkunde erwähnt. Zu dieser Zeit war der Weinbau bereits im Donautal flussabwärts von Melk heimisch: Die Lebensbeschreibung des heiligen Severin, die von seinem Schüler Eugippius im Jahr 511 verfasst wurde, berichtet, dass sich der Heilige in eine entlegene Klause zurückzog, die "An den Weingärten" hieß. Severin lebte um 470 in der Nähe des römischen Castells Favianis, dem heutigen Mautern.

791 lagerte Karl der Große, als er zur siegreichen Entscheidungsschlacht gegen die Awaren zog, mit seinem Heer in der Wachau. Das neu erworbene Gebiet ostwärts der Enns galt als Königsgut. Das karolingische Siedlungswerk konnte beginnen. Mit der Vernichtung des Bayrischen Heerbannes durch die Ungarn in der Pressburger Schlacht vom Jahr 907 fiel das Land unter der Enns für wenige Jahrzehnte an die Magyaren. Mit dem Sieg Ottos I. auf dem Lechfeld am Laurentiustag des Jahres 955 setzte eine politische Gegenbewegung ein, die zur Grundlage der kontinuierlichen Weiterentwicklung wurde: Die alten Besitztitel aus der Karolingerzeit lebten wieder auf. 962 wurde Otto I. zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gekrönt. 976 wird der erste Babenberger mit der Grenzmark im Osten belehnt. 1156 wird aus der bayrischen Grenzmark das Herzogtum Österreich. 1285 wird Leuthold I. von Kuenring "oberster Schenk in Österreich".

In diesen Jahrhunderten setzt eine erste Hochblüte der Weinkultur ein. Klöster wie die bayerischen Abteien Niederalteich und Herrieden erhalten ebenso Weingärten wie der Erzbischof von Salzburg und die Hochstifte Freising, Passau und Regensburg. Die heute noch charakteristischen Steinterrassen werden in die Bergrieden geschlagen. Von 1250 an bezeichnete der Name " Thal Wachau " eine Herrschaft und ein Magistrat mit den Ortschaften Weißenkirchen, Wösendorf, Joching und St. Michael. Dieser Name blieb über sechs Jahrhunderte hindurch, bis 1850, bestehen. Das österreichische Weingesetz bestätigt diese im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Grenze und zählt zum Weinbaugebiet die Gemeinden Dürnstein, Mautern, Bergern, Rossatz, Weißenkirchen und den Gerichtsbezirk Spitz.
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